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"GoodNews" Artikel 11/2011 über Johannes Kaßberger

Der Berufene Traumberufe sind individuell und vielfältig: ob Arzt, Fußballer, Programmierer oder Lokomotivführer. Johannes Kaßberger hat seinen Traumberuf gefunden: Priester. Eigentlich müsste es sogar heißen: der Beruf hat Johannes Kaßberger gefunden. Denn für ihn ist das Priestertum eine Berufung. Schon als Kind spürte er diese Entschlossenheit in sich: „Ich habe den evangelischen Pfarrer auf der Kanzel erlebt und den Eindruck gehabt: Das, was er predigt, hat Gott ihm gesagt und er gibt es an uns weiter. Als Kind war mir klar, es kann keinen schöneren Beruf geben, als mit dem lieben Gott zu sprechen.“

„Komm Herr Jesu, sei unser Gast“
Die „Gegenwart Gottes in der Welt“, so sagt er, habe er schon von Kindesbeinen an wahrgenommen. Was für viele Menschen ein wenig abgehoben klingen mag, erklärt Kaßberger relativ einfach: „In mir haben Gebete oder Lieder über Gott starke Bilder hervorgerufen. Wurde zu Hause am Tisch gebetet „Komm Herr Jesu, sei unser Gast“, dann konnte ich mir regelrecht vorstellen, wie Christus wirklich bei uns am Tisch sitzt und die Speisen segnet.“

Ein ganz normaler Mensch
Vielleicht ist das der Grund, warum ihm Freunde aus seiner Jugendzeit heute sagen, dass sie ihn bereits damals als etwas Besonderes empfunden haben. Und vielleicht ist das auch der Grund, warum ihm das bis heute unangenehm ist. Denn fast energisch erklärt Kaßberger: „Als Priester ist man nichts Besonderes, ganz im Gegenteil. Ich sehe mich als schwachen Menschen. Ich habe nur ganz wenige Talente: ich fahre kein Auto, weil mir dazu schlichtweg die Fähigkeit fehlt. Meine Noten waren durchschnittlich und im Sport war ich immer der Schlechteste.“

Der Wechsel zum orthodoxen Glauben
In seiner nebenberuflichen Tätigkeit als Priester geht Johannes Kaßberger hingegen vollkommen auf. Er betreut die russisch-orthodoxe Gemeinde der Alexander- Newski-Kirche in Stuttgart. Seine Frau und seine vier Kinder unterstützen ihn in seiner Tätigkeit. Als waschechter Württemberger wuchs Johannes Kaßberger in einer protestantischen Familie in Zizishausen bei Nürtingen auf. Noch während des Priesterseminars ist er in jungen Jahren zum orthodoxen Glauben konvertiert. Er spürte, dass ihm „der evangelische Anzug einfach zu eng war“.

Ein menschenliebender Gott
In der Orthodoxie hat Kaßberger seine geistige Heimat gefunden und er erinnert sich an einen ausschlaggebenden Moment: „Während einer Messe gab es eine Fürbitte, die in der Orthodoxie mit der Lobpreisung „Denn ein guter und menschenliebender Gott bist du“ abschließt.“ Diesen Aspekt des menschenliebenden Gottes habe er zuvor in dieser Form noch nirgendwo wahrgenommen. „Ich hatte viel über Gott gehört: er sei ein Vater, ein Hirte, ein Richter. Doch das starke Bild des menschenliebenden Gottes ist mir so erst in der Orthodoxie begegnet.“

Von der württembergischen Geschichte inspiriert
Nicht nur das Glaubensbild hat Kaßberger überzeugt, auch die russische Geschichte hat ihn schon als Kind fasziniert. Allen voran die Zarenfamilie und die Lebensgeschichten der beiden württembergischen Königinnen Katharina und Olga: „Ich habe die württembergische Geschichte verstärkt unter dem Aspekt der Orthodoxie wahrgenommen, weil gerade der orthodoxe Glauben im 19. Jahrhundert für das Denken, Wahrnehmen und Handeln der württembergischen Königinnen bestimmend war. Diese Wohltätigkeit, diese Herzlichkeit und das Menschenbild, das sie in sich getragen haben, führte auf ihren orthodoxen Glauben zurück.“

Die Alexander-Newski-Kirche
Die Glocken der Heiligen-Alexander- Newski-Kirche auf dem Pragfriedhof läuten, während er von Olga und Katharina spricht. Es wirkt fast so, als wollen sie dem eben Gesagten zustimmen. Kaßberger bemerkt dazu, dass viele Stuttgarter gar nicht um die Bedeutung der Alexander-Newski-Kirche wissen, die 1876 als ökumenische Friedhofskirche errichtet worden war und als eine von wenigen Kirchen den 2. Weltkrieg und die darauffolgende Abriss-Wut unbeschadet überstanden hat.

Jeder ist willkommen
Liebevoll bezeichnet er die Kirche als Kleinod, das den Stuttgartern wie durch ein Wunder erhalten geblieben sei. Aus diesem Grund sind die Tore für Menschen aller Glaubensrichtungen geöffnet. Jeder darf eintreten und schauen, keiner muss Angst haben, missioniert zu werden, betont der ehrenamtliche Priester: „Diese Kirche ist für Menschen, die einen Ort suchen und brauchen, an dem sie einfach sein können. Ein Ort, an dem man nichts von ihnen will. Wir leben in einer Gesellschaft, die in einem permanenten Anspruchsdenken lebt, und hier ist vor allem die Kirche als Institution gefährdet. In der Kirche neigt man dazu, Menschen in irgendeiner Weise aufzufangen, sie zu irgendetwas zu bringen oder sie sogar in die Uniform des christlichen Übermenschen zu drängen.“

Aus Schwächen Stärken machen
Hier zeigt sich, wie sehr das Bild des menschenliebenden Gottes Kaßberger in seinem Tun prägt und wie ernst er das Vorbild Christi nimmt, der sich mit Kranken und Schwachen umgeben hat: „Der Kirche wird oft Heuchelei vorgeworfen. Dabei darf man sich nicht wundern, dass man in der Kirche schwache Menschen antrifft. Ich bin kein christlicher Übermensch, ich bin auch ein schwacher Mensch. Nur ziehe ich mich nicht auf meine Schwächen zurück, denn in der Kirche besteht die Möglichkeit, aus Schwächen Stärken zu machen. Ich würde mir wünschen, dass gerade Kriminelle und Prostituierte Unterstützung in der Kirchengemeinschaft finden. Nur dann führen wir die Arbeit Christi wirklich fort.“

Priester aus Leidenschaft
Kaßberger wirkt sehr ruhig und gelassen, seine Sprache ist bildhaft und man spürt ohne Zweifel: Dieser Mann liebt, was er tut. Auch wenn er hauptberuflich als Fachassistent bei der Arbeitsagentur in Stuttgart tätig ist: „Ich bin immer Priester, das weiß auch jeder. Dennoch bin ich in der Agentur in zivil und erledige dort meine Aufgaben gewissenhaft. Zwar bin ich schon mehrmals gebeten worden, mit einer Zusatzausbildung in den gehobenen Dienst einzutreten, aber das lehne ich ab – trotz des höheren Einkommens. Denn sonst hätte ich Personalverantwortung und ich brauche meine Schaffenskraft für meine Gemeinde.“

Den Menschen helfen sich selbst zu helfen
Für seine Gemeindemitglieder ist Kaßberger einfach nur „Batuschka“ (Russisch „Väterchen“). Die Menschen kommen nicht nur mit geistigen Fragen zu ihm, sondern bitten auch bei Behördengängen oder anderen Alltagsproblemen um Hilfe. Wenn es in seiner Macht steht, hilft der Priester. Dabei ist ihm eine Sache sehr wichtig: „Ich will nicht immer eine Antwort auf alle Fragen haben. Ich will die Menschen stärken, sodass sie die Dinge selbst in die Hand nehmen und nicht in irgendwelche Abhängigkeiten treten.“

Immer im Dienst
Die russisch-orthodoxe Gemeinde der Alexander-Newski-Kirche zählt 150 aktive Mitglieder. Allerdings ist Kaßberger nicht nur für seine eigenen Schäfchen da. Bewusst trägt er sein priesterliches Gewand, wann immer es möglich ist. Denn Kaßberger will, frei vom missionarischen Gedanken, mit den Menschen in Kontakt treten. Er möchte ansprechbar sein: „Am häufigsten sprechen mich Menschen am Bahnsteig oder im Zug an und wenden sich mit teilweise existentiellen Frage an mich. Es erstaunt mich immer wieder, was ich in Zügen bereits an Lebensbeichten gehört habe. Aber wahrscheinlich ist es das Gefühl, dass man sich einem Priester öffnen kann und dabei weiß, dass man sich nach der Zugfahrt wahrscheinlich nie wieder trifft.“

Demut
Die offene und liberale Einstellung hatte Kaßberger nicht immer: „Früher glaubte auch ich, die Orthodoxie sei die einzig wahre und richtige Lehre für alle Menschen. Aber es ist überhaupt nicht an mir, andere Glaubensrichtungen zu beurteilen. Menschen haben unterschiedliche und mir unbekannte Lebenswege, die dann vielleicht eher zum Protestantismus oder zum Beispiel zum Katholizismus geführt haben. An uns als Orthodoxe Kirche ist es doch eher, zu hinterfragen: Was haben wir zu verantworten, dass wir nicht in der Lage sind, diese Menschen aufzufangen?“ Kaßberger strahlt während er spricht tatsächlich etwas sehr Besonderes aus. Auch wenn er dies selbst sicherlich zu verneinen wüsste. Aber Demut ist, wenn man sich selbst nicht so wichtig nimmt. Sie ist eine Eigenschaft, die bei vielen Geistlichen sicher wünschenswert wäre. Eine Haltung, die der orthodoxe Priester Johannes Kaßberger einfach lebt. (LR)

URL: http://www.goodnews-stuttgart.de/Persoenlich/Der-Berufene-a2868.html

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Einige einführenden Bemerkungen zum Beerdigungsritus der Orthodoxen Kirche (von Johannes Kaßberger)  

Gott hat den Tod nicht geschaffen
und hat nicht Lust am Verderben der Lebendigen.
Sondern er hat alles geschaffen,
daß es im Wesen sein sollte,
und was in der Welt geschaffen wird,
das ist gut und ist nichts Schädliches darin
Außerdem ist der Hölle Reich nicht auf Erden.
Denn die Gerechtigkeit ist unsterblich.
                                                           Weisheit Salomos Kap.1, Verse 13-15

Die hier angeführten Worte aus dem Buche der Weisheit Salomos werden bekräftigt durch unseren HErrn und Heiland Jesus Christus: „Gott aber ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen“ (Matth. Kap.22, Vers 32). Vor diesem Hintergrund betrachtet die Orthodoxe Kirche den Tod als etwas widernatürliches, ja widergöttliches, als eine Folge des Sündenfalls. Die Verfehlung vor Gott, die Gottferne, in welche der Mensch sich aufgrund falsch verstandener und falsch angewandter Freiheit begibt, bringt den Tod hervor.
Der Tod ist das Synonym der Gottferne. Darum mahnt uns der HErr: „Fürchtet Euch nicht vor denen, die den Leib töten und die Seele nicht können töten, fürchtet Euch vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in die Hölle.“ (Matth. Kap.10, Vers 28)
Vor dem Hintergrund dieser geistlichen Erfahrung gestaltet die Orthodoxe Kirche die Begräbnisfeier der Gläubigen, der durch und in Christus mit Gott vereinten Menschen.
Die Form des orthodoxen Begräbnisgottesdienstes, der sein Vorbild in der Grablegung Jesu Christi hat, ist seit über tausend Jahren fast unverändert tradiert. Teile des Ritus entstammen der hellenistischen Antike.
Grundton der Gebete und Hymnen ist das Lob der Herrlichkeit Gottes und der Hinübergang der Gläubigen in diese Herrlichkeit, in das Licht Gottes.
So betet der Priester mit der Gemeinde immer wieder, daß der Entschlafene finden möge
„die Ruhe der Seele am Orte des Lichtes, der Wonne und der Erquickung, von welchem fliehen möge aller Schmerz, alle Trübsal und alles Seufzen“ benennt aber auch die Ursache des Todes „Vergib als der gütige und menschenliebende Gott jede Versündigung, welche er in Wort, oder Tat, oder auch in Gedanken begangen hat. Es gibt keinen Menschen, der gelebt und nicht auch gesündigt hätte: Du einzig bist ohne Sünde, Deine Gerechtigkeit ist ewige Gerechtigkeit und Dein Wort ist Wahrheit.
Denn Du bist die Auferstehung und das Leben und die Ruhe Deines entschlafenen Dieners N.N. Christus unser Gott und Dir senden wir die Lobpreisung empor, samt Deinem anfanglosen Vater und Deinem allheiligen, guten und lebenspendenden Geist, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit.“
Die Seelenruhe der Entschlafenen ist in der Erfahrung der orthodoxen Christen keine Selbstverständlichkeit, sondern eine durch Christus gewirkte Gnadengabe um welche im eigenen Leben gerungen und im Gebet gefleht werden muss.
Hierfür bedarf es auch des gemeinschaftlichen Betens. So finden die ersten Gebete nach dem Entschlafen am Totenbett und im Hause des Entschlafenen statt.
Dann wird der Leib des Entschlafenen gewaschen und in der Regel mit einem weißen Gewand bekleidet, bei Gläubigen, welche im Erwachsenenalter die Hl. Taufe empfangen haben, ist dies ihr Taufgewand. Es ähnelt dem liturgischen Untergewand der Priester und erinnert, daß alle Gläubigen am Priestertum Anteil nehmen. In den Händen hält der Dahingeschiedene eine Ikone. Nun wird der Entschlafene „bekrönt“ d.h. ein Stoff- oder Papierband wird auf seine Stirn gelegt, welches eine Ikone Jesu Christi und seiner hl. Mutter, sowie des hl. Johannes des Vorläufers und Täufers zeigt, auf dem das Gebet
„Heiliger Gott, heiliger Starker, heiliger Unsterblicher, erbarme Dich unser“
geschrieben ist. Unter dem Gesang dieses Gebetes wird der in einen Sarg gebettete nun in die Kirche bzw. die Friedhofskapelle überführt. Nach Möglichkeit führt ein Priester betend und weihräuchernd die Trauerprozession an. Die Angehörigen des Entschlafenen und die Gemeindemitglieder folgen dem Sarg und halten Kerzen in den Händen.
Ist der Trauerzug an seinem Ziel, wird wieder ein Totengedenken (griechisch „Parastasis“, slawisch „Panichida“) gehalten. Diese Gedenkgottesdienste sind nach ältester Tradition am ersten sowie dritten, neunten und 40. Tag nach dem Entschlafen abzuhalten. Ebenso am ersten Halbjahrestag und dann immer an den folgenden Jahrestagen.
Ebenso wird der Name des Verewigten in die Diptychen, dies sind die familienweise geführten und in der Kirche hinterlegten Gedenkbüchlein, unter der Rubrik der Verstorbenen zum immerwährenden Gebet eingetragen.
Die Beisetzung erfolgt am dritten oder vierten Tag nach dem Entschlafen. Hierzu versammeln sich mit dem Priester nicht nur die Angehörigen des Entschlafenen, sondern möglichst eine Vielzahl der Gemeindeglieder, denn die Begleitung des Verstorbenen im Gebet ist eine gleichsam heilige Pflicht der Gemeinschaft der Gläubigen.
So sind auch jene, welche nicht am Beerdigungsgottesdienst teilnehmen können doch gehalten im privaten Gebet die Seelenruhe des Vollendeten zu erbitten.
Wird der Beerdigungsgottesdienst mit der Feier der Göttlichen Liturgie (sie entspricht dem Abendmahlsgottesdienst bzw. der Messe) verbunden, dauert seine Zelebration ca. vier bis fünf Stunden.
Dies geschieht in der Diaspora eher selten, doch bei allen statthaften Kürzungen muss von einer Gottesdienstdauer von ca. einer Stunde ausgegangen werden. Darauf haben die mit der Planung der Beisetzungsfeierlichkeiten Befassten zu achten und dies den Friedhofs- bediensteten frühzeitig mitzuteilen, da man in Deutschland allgemein von wesentlich kürzerer Beerdigungsdauer ausgeht.
Während des Beerdigungsgottesdienstes ist der Sarg geöffnet und wird erst unmittelbar vor der Absenkung in die Erde geschlossen.
Der Entschlafene wird so aufgebahrt, daß sein Gesicht in Richtung des Altars der Kirche zeigt.
Um den Sarg herum stehen die Gläubigen, welche brennende Kerzen in den Händen halten. Der Priester steht mit Kerze und Weihrauchfass hinter dem Sarg, also zu Häupten des Entschlafenen.
Nun werden Psalmverse und der sogenannte „Kanon der Entschlafenen“ gesungen, eine Abfolge von neun Oden, jede Ode besteht in der Regel aus vier Strophen, welche jeweils einen biblisch-heilsgeschichtlichen Bezug haben.
Die Texte des Begräbnisgottesdienstes sind, wenn nicht biblischen Ursprungs, so doch aus der Frühzeit der Kirche unter anderem vom Hl. Johannes von Damaskus (ca. 650-754 n. Chr.) und dem Hl. Theophanes Graptós (ca. 775-845 n. Chr.).
Während des Gottesdienstes erklingen tröstend die Seligpreisungen. Sie wechseln ab mit zum Teil mahnenden Worten, welche an menschliche Schwachheit und Vergänglichkeit erinnern. Es folgt eine Lesung aus dem 1. Brief des Hl. Apostel Paulus an die Thessalonicher (Kap. 4, Verse 13-17) und eine Lesung aus dem Evangelium des Hl. Apostel Johannes (Kap. 5, Verse 24-30). Der ganze Beerdigungsgottesdienst wird gesungen bzw. mit gehobener Stimme gebetet. Bei aller Trauer wird alles gleichsam beleuchtet vom Licht der Auferstehung Jesu Christi, dem Morgenglanz der Ewigkeit.
Der Beerdigungsgottesdienst wird nicht in erster Linie zur Tröstung der Hinterbliebenen vollzogen, sondern für den Entschlafenen. Er bekräftigt unter Benennung aller menschlicher Schwachheit und Verfehlung die Liebe des „im seligen Entschlafen Vollendeten“ zu Christus.
Diese Liebe, zu der allein Christus durch seine Liebe zu jedem einzelnen menschlichen Geschöpf befähigt, vermag weder der Tod, noch der Diabolos, der „Durcheinanderbringer“ zu beschädigen, oder gar zu zerstören.
Darum schließt der Gottesdienst mit dem sogenannten „Letzten Kuss“.
Priester, Angehörige und Gemeinde treten an den Entschlafenen heran und küssen die Ikone in seinen Händen, oft auch sein Haupt und bitten im Stillen um Vergebung und verzeihen und vergeben ihrerseits alles, worin sie meinen, daß ihnen durch den Entschlafenen Unrecht und Schmerz zuteil geworden ist.
Vollendet wird dies durch ein feierliches Absolutionsgebet der Kirche, welches der Priester über dem Entschlafenen spricht. Dieses Gebet wird in schriftlicher Form oft noch in den Sarg gelegt. Ebenso, wenn noch vorhanden, die Taufkerze des Entschlafenen.
Nun wird der Sarg zur Grabstelle gebracht und, wenn möglich hier, beim Gebet des „Vater Unser“, geschlossen und unter gleichsam jubelnden Hymnen im Grabe abgesenkt.
Der Grabschacht ist mit Weihwasser gesegnet und der Sarg wird mit Öl aus den Andachtslichtern der Ikonen gesalbt. Priester und Gläubige streuen mit einer Schaufel etwas Erde auf den, in der Grabstätte befindlichen Sarg, und verneigen sich noch einmal vor dem Entschlafenen.
Nun wird das Grab geschlossen und der Leib des Entschlafenen harrt dem Tage der Auferstehung. Über der Grabstätte wird i. d. R. zunächst ein Kreuz, später gegebenenfalls ein anderes Denkmal für den Entschlafenen errichtet. Die Wahl desselben steht den Gläubigen frei, es wird jedoch meist ein solches gewählt, welches dem Glauben des Entschlafenen und der Hoffnung auf die Auferstehung in Christus entspricht. In manchen Ländern, so z.B. in Griechenland ist es üblich, die Gräber nach einigen Jahren zu öffnen und die aufgefundenen Gebeine in extra dafür errichtete Gebeinhauskapellen zu überführen.
Werden die Gebeine der Heiligen beim Öffnen ihrer Gräber unverwest aufgefunden, bzw. zeichnen sie sich durch andere übernatürliche Erscheinungen aus, so haben wir es mit Reliquien zu tun, welche als Unterpfand der Gegenwart Jesu Christi von den Gläubigen verehrt werden.
Daher und weil im 19. und 20. Jahrhundert (und von entsprechenden Kreisen teilweise heute noch) Kremierungen dezidiert als Absage an den Auferstehungsglauben der Christen propagiert und durchgeführt wurden, ist für einen orthodoxen Christen die Kremierung grundsätzlich unzulässig. Eine, für diesen Fall vorgesehene, Zeremonie gibt es nicht,
jedoch muß von Person zu Person und unter Berücksichtigung der jeweiligen Umstände pastoral entschieden werden. Es ist vor Christus unserem HErrn und Heiland nicht zu verantworten Menschen, in welcher Not auch immer sie sich befinden mögen, im Stich zu lassen.

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       Weitere Infos erhalten Sie vorläufig unter www.orthodox.de

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**Wir sind bemüht, hier mehr Informationen zur Verfügung zu stellen.**

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Allgemeine und besondere Fragen beantwortet Ihnen Priester Johannes Kaßberger gerne persönlich (siehe "Der Weg zu uns").

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Impressum:
Für den Inhalt verantwortlich: Priester Johannes Kaßberger, Private Haus- und Postadresse Max-Gutenkunst-Weg 6, 70437 Stuttgart in seiner Eigenschaft als Vereinsvorstandsvorsitzender.